Minimalismus

Minimalismus

Der Minimalismus-Trend läuft schon seit einiger Zeit recht flott dahin. Die Botschaft ist klar: Weniger ist oft mehr. Die Protagonisten dieses Trends wollen zeigen, dass man sein Leben nicht mit Dingen vollmüllen muss, um ein schönes, erfülltes Dasein zu haben.

Eher das Gegenteil sei der Fall, sagen sie, und deuten hinter sich auf die komplett leergeräumte Bude.

Das Leben ausmisten

Alte, Junge, Dicke, Dünne, Männer, Frauen – Minimalismus ist ein Trend, der keine gesellschaftlichen Grenzen zu kennen scheint. Sogar Menschen, die schon gar nicht mehr wissen, wohin mit all dem schönen Geld, verfallen dem Reiz des reduzierten Lebens.

Ohne das Internet und vor allem ohne Youtube (da der Mensch ein Augentier ist) könnten solche grundsätzlich positiv auf die Welt einwirkenden Strömungen und Bewegungen niemals stattfinden.

Es ist aber nicht nur die Kapitalismus- und Konsumgesellschaftkritik, die damit verdeutlicht werden soll.

Der Seelenreinigungseffekt – Die Psyche jauchzt.

Man kennt das ja vom Osterputz. Wenn die Fenster sauber sind, freut sich auch das Herz des Putzers. Alles ist rein und sauber und man fühlt sich einfach genau so wohl wie nach einer Dusche. Minimialismus steht für: Je weniger Krempel, um den ich mich kümmern muss, desto mehr Zeit habe ich für wohl wichtigere Angelegenheiten.

Im Auto leben

In letzter Zeit wurden dann vermehrt junge Menschen dabei gefilmt, den Minimalismus so weit zu treiben, dass sie auf vier solide Wände gänzlich verzichten und nur noch in ihrem Auto „leben“. Das sei erstens viel billiger als eine Mietwohnung und zweitens ist man ja auf diese Weise sehr flexibel.

Das Interessante daran war aber: es handelte sich fast ausschließlich um junge Damen. Sie waren allesamt recht hübsch und das Auto, in dem sie nun also angeblich leben, wurde dauernd sehr prominent in Szene gesetzt. Vor allem das Logo vorne an der Karre. Seltsam, oder? Und dabei haben die meisten PKW gar kein Trittbrett zum Aufspringen und Mitfahren.

Vegetarier, Veganer und Allesfresser

Vegetarier, Veganer und Allesfresser

Es gibt ja schon sehr schöne Entwicklungen. Das trendhafte Umsichgreifen des Fleischverzichts oder die sogar gänzliche Tierprodukteablehnung ist eine davon. Ein nicht ganz unwesentlicher Faktor für die steigende Fettleibigkeit und Ungesundheit in der Industrieländern ist die Tatsache, dass einfach zu viel Tier in sich hineingeschaufelt wird. Der Mensch ist zwar grundsätzlich ein Allesfresser, aber in seiner DNA ist nicht verankert, dass er ein Allesfressenmüsser ist.

Motive für Veggies und Konsorten

Es ist ja nicht nur die eigene Gesundheit, die erheblich unter zu viel Fleisch leiden kann, es ist für viele auch eine ethische Herzensangelegenheit. Tiere zu verspeisen kann schon für sich eine barbarische Sache sein. Bedenkt man aber noch, wie das Fleisch, das wir aus dem Supermarkt holen, zustande kommt, müssten es eigentlich viel mehr sein, die zum Vegetarismus übertreten. Davon ist jedoch nichts zu sehen. Veggies sind und bleiben trotz eindeutig beweisbarer Begründungen eine Miniminderheit in der Gesellschaft. Mutti kocht ja auch nicht gerne, wenn da 5 Fleischfresser zu Tische sitzen und für einen Einzelnen muss sie dann ein geschmackloses Tofuleibchen in den Salat bröckeln.

Lass die Kuh in Ruh! Lass sein das Schwein!

Dass es vor allem jüngere Menschen sind, und dabei wiederum hauptsächlich Mädchen, die ihre Ernährung auf vegetarisch oder sogar vegan umstellen, ist nicht weiter verwunderlich. Je älter der Mensch, desto schwieriger wird es, sich von alten Gewohnheiten zu verabschieden. Wir alle kennen dieses Problem. Aber es können sich ja ausnahmsweise einmal die älteren Generationen ein Vorbild an den jüngeren nehmen.

Flache Erde

Flache Erde

Das Internet ist ein Ort, an dem sich alle treffen. Auch die Verrückten.

Und ganz besonders verrückt scheinen jene Menschen zu sein, die sich seit ca. 2015 dem Thema „flache Erde“ widmen. Initiiert wurde der neue Wahn von Eric Dubay, einem noch relativ jungen Mann, der diese „Idee“ in die Welt hinaus trug und mit seinen „Beweisen“ und seiner Beharrlichkeit immer mehr Mitstreiter für dieses neue Weltbild findet.

Wie kann man nur so doof sein?

Das Kopfschütteln ist mehr als berechtigt. Schließlich haben wir alle von unseren Eltern, dann in der Schule und später in Film, Funk und Fernsehen doch ganz klar vor Augen geführt bekommen, dass die Erde eine Kugel ist, die sich nicht nur um sich selbst und die Sonne dreht, sondern seit dem Urknall mit der ganzen Milchstraße im Wahnsinnstempo Richtung Unendlichkeit des Weltalls unterwegs ist. Und das merkt man ja auch mit den eigenen Sinnen, sobald man mal vor die Türe geht.

Unsere ziemlich gut entwickelte Bauchmuskulatur

Die Australier haben es ja gar nicht so krass schwer mit dem Umstand, dass sie „unten“ leben. Ein Kopfstand ist immer noch leichter als waagrecht an der Wand zu stehen, wie etwa die Menschen am Äquator. Selbst wenn man die Schwerkraft berücksichtigt, ist das immer noch eine erstaunliche, sportliche Leistung. Probier es mal aus, da braucht man ordentlich Muckis vom Zeh bis zum Scheitel. Und das dann auch noch 70-80 Jahre lang?

200+ Beweise für die Scheibenerde

Eric Dubay und seine Mitstreiter haben mittlerweile weit mehr als 200 angeblich glasklare Beweise für die Scheibenhaftigkeit der Erde. Man kann sich ja selbst ein Bild machen, indem man sich diese Ausführungen einfach einmal zu Gemüte führt. Interessant ist das allemal.

Flatearther gegen Globalisten

Mittlerweile tobt aber ein regelrechter Krieg zwischen den Weltanschauungen. Das ist manchmal lustig, wenn man es aus der Ferne betrachtet, aber gefährlich, wenn man selbst unmittelbar involviert ist.

Ich glaube, ich würde eine auf die Nase bekommen, wenn ich auf die Straße ginge und dort verkünde, dass die Erde eine Scheibe ist. Also unter diesen Voraussetzungen bleibe ich lieber auch ein Verfechter der Kugelerde.

Truther

Truther

Sie nennen sich Truther und gehören der so genannten Wahrheitsbewegung an. Alle anderen nennen diese Leute gerne Verschwörungstheoretiker, was nun nicht ganz so sympathisch klingt.

Diese Truther haben ein Hauptanliegen, nämlich die Welt aufzuklären über die tatsächlichen Abläufe dieser Menschheitsgeschichte. Das ist sehr löblich, aber es gibt ein klitzekleines Problem.

Wer bestimmt, was die Wahrheit ist?

Bei mittlerweile ca. 7 Milliarden Menschen, die allesamt sowas wie eine eigene Meinung und ein eigene Sicht der Welt haben, ist es verdammt schwierig, glaubwürdig zu bleiben, wenn man behauptet, die Wahrheit zu verkünden.

Also ich würde mich das nicht trauen. Man muss wohl sehr viel unverrückbares Selbstbewusstsein haben, um in dieses Horn zu blasen. Trotzdem hat die Truther-Szene regen Zulauf, denn man merkt, dass etwas unter der Oberfläche gärt, das heraus will.

Lief das Kennedy-Attentat so ab, wie man es berichtete? Gab es die Mondlandungen tatsächlich? Wer steckt wirklich hinter 911?

Herr Mulder aus der Serie „Die X-Akten“ wusste, dass die Wahrheit „irgendwo da draussen ist“. An diesen Beispielen erkennt man aber sehr gut, wo diese Strömung herkommt. Aus good old Nord-Amerika, der Wahlheimat von Alf und E.T.

Die Wahrheit, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Die Truther sind nicht unwichtig. Sie regen die Menschen an, zwischendurch auch mal nachzudenken und zu hinterfragen, ob wirklich alles so sein kann, wie uns das geschildert wird. Dieses Anliegen wäre allerdings etwas glaubwürdiger, wenn sich die Wahrheitssuchenden auch selbst hinterfragen, denn sonst tauscht man nur eine Ideologie gegen die andere, einen Glaubenssatz gegen einen neuen, die eine Wahrheit gegen die andere.

Ich lass mich doch nicht vergackeiern

Wenn es dir auch manchmal so geht, dass du nicht so ganz glauben kannst, was dir als Wahrheit oder Realität aufgetischt wird, dann sei unbesorgt. Der alte Sokrates hat einst gemeint: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und damit liegt der alte Grieche ziemlich gut im Rennen um die wahrscheinlich richtigste Aussage der Geschichte.

Alternative Medien

Alternative Medien

Das Fernsehen war neben Zeitungen und Rundfunk lange Zeit unsere einzige Informationsquelle.

Mehr als 50 Jahre lang konnten sich die Macher und Betreiber der Massenmedien ziemlich sicher sein, dass alles, was sie uns aufs Auge drückten, auch genau so geschluckt wird. Es gab schlichtweg keine Alternative. Als dann die Privatsender aufkamen, änderte sich zwar die Quantität, aber nicht unbedingt die Qualität. Weder was Information betrifft, noch wenn es um Unterhaltung geht.

Der Aufstieg des Einzelnen

Mit dem WWW kam aber plötzlich etwas völlig neues in diese Welt: Die Möglichkeit jedes Menschen, selbst Programm zu machen. Aus allererster Hand sozusagen. Und das auch noch viel schneller und flexibler, als es bisher und für die großen Dinos der Branche schon rein von der Struktur her machbar gewesen wäre.

Nachrichten von der Quelle

Du kannst jetzt also wählen, woher du dir deine Infos holst. Du kannst sie natürlich auch selbst bereitstellen. Warum sollte es kein Interesse für Top-News aus deinem Viertel geben? Oder Kommentare zum Weltgeschehen, direkt aus deinem Wohnzimmer? Es gibt für alles einen Markt und sei es auch nur eine Nische. Probiers doch aus, wenn du es nicht ohnehin schon tust.

Wer zahlt, schafft nicht immer an

Wie finanzieren sich all diese Leute, die da im Netz ihre Inhalte präsentieren?

Nun, wenn es um alternative Medien geht, die sich der Nachrichtenübermittlung verschrieben haben, werden gerne Spenden entgegen genommen. Das ist ja auch die ehrlichste und unabhängigste Art der Entlohnung.

Und für Unterhaltung gilt hier genau das selbe wie für Information: Wenn man es konsumiert, kann man ja fairerweise auch freiwillig dafür zahlen, und wenn es einem nicht gefällt, muss man es ja nicht anschauen, anhören oder lesen. Und hier schließt sich der Kreis, denn eigentlich hätte man diese Wahl auch bei den etablierten Medien immer gehabt. Oder vielleicht doch nicht?